Stellungnahme zur Aufwertung des Grundschullehramts

Die Phase nach der Promotion stellt für Wissenschaftlerinnen mit Kind nach wie vor eine besonders große Herausforderung dar. Zahlreiche hochqualifizierte und talentierte Frauen verlassen Hochschulen und Forschungsinstitute in dieser Zeit. Dass es auch anders geht, zeigen die Teilnehmerinnen des „Brigitte-Schlieben-Lange-Programms“, einem Förderprogramm für exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchskünstlerinnen mit Kind. Sie alle beweisen, dass sich Engagement in Wissenschaft und Familie keineswegs ausschließen.

Wie es konkret gelingt, zugleich „Aktiv in Wissenschaft und Familie“ zu sein, stand im Zentrum der 5. Netzwerkveranstaltung des Programms Anfang Dezember 2015. Im Senatssaal der Universität Stuttgart trafen sich ehemalige und aktuelle Programmteilnehmerinnen, Gleichstellungsbeauftragte sowie Interessierte aus Politik und Forschung, um sich über aktuelle Themen im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Wissenschaft auszutauschen.

 Netzwerkveranstaltung

Knapp 200 Stipendiatinnen seit 2015

Der Schwerpunkt des Förderprogramms liegt seit 2015 auf der Post-Doc-Phase; d.h. es werden insbesondere Wissenschaftlerinnen unterstützt, die eine Habilitation vorbereiten oder bearbeiten, habilitationsadäquate Leistungen erbringen sowie zusätzliche Lehr- und Forschungserfahrung erlangen. Darüber hinaus werden künstlerische Projekte gefördert (z.B. Ausstellungen, Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb) und Promotionen an Kunst- und Musikschulen sowie Promotionen als Voraussetzungen zur Erlangung einer Professur an einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften sowie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Über 180 Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen wurden bisher über das Brigitte-Schlieben-Lange-Programm in drei Runden gefördert.  Die Förderdauer beträgt in der Regel zwei Jahre. In der aktuellen dritten Runde werden 28 Wissenschaftlerinnen und Künstlerinnen gefördert; darunter

  • 23 Post-Docs an Universitäten, PHs oder Kunsthochschulen (Förderlinie I)
  • 1 Doktorandin an einer Kunsthochschule (Förderlinie II)
  • 4 Teilnehmerinnen in Linie III (Förderung von Promotionsvorhaben als Voraussetzung für eine Professur an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften)

 
Professorinnen aus dem Programm

Beim Netzwerktreffen kamen auch ehemalige Stipendiatinnen zu Wort, um über ihre Wege zur Professur zu berichten.

Schieben-Lange-Netzwerkveranstaltung 1

Prof. Dr.-Ing. Antje Dietrich, ehemalige BSLP-Teilnehmerin, unterrichtet seit 2012 an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl Verwaltungsinformatik und E-Government. Sie studierte an der Universität (TH) in Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen. Danach arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am FZI (Forschungszentrum Informatik), am KIT und am Fraunhofer ISI in Karlsruhe. Sie promovierte am KIT und war mehrere Jahre Gleichstellungsbeauftragte der Fakultät für Informatik.
Schieben-Lange-Netzwerkveranstaltung 2

Dr. Lena Kraska ist seit 2009 an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Frühpädagogik tätig. Sie hat an der Universität Hamburg Mathematik und Physik für das Lehramt studiert und dort im Rahmen einer Zusatzuntersuchung der Internationalen Grundschul-Leseuntersuchung (IGLU) promoviert. Seit 2013 ist sie geförderte Habilitandin im Rahmen des Margarete von Wrangell Programms und seit letztem Jahr  Mitglied des Hochschulrats der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.
Schieben-Lange-Netzwerkveranstaltung 3

Prof. Dr. Kathrin Thedieck ist seit 2013 Associate Professor für Metabolische Signaltransduktion an der European Medical School (EMS), Universitäten Groningen (NL) und Oldenburg. Sie hat in Münster und Strasbourg Biologie und Biotechnologie studiert und am Helmholtzzentrum für Infektionsforschung in Braunschweig promoviert. Als Postdoc an der Universität Basel legte sie den Grundstein für ihren gegenwärtigen Forschungsschwerpunkt, und wechselte anschließend als Gruppenleiterin an die Universität Freiburg. Dort ist sie stellvertretendes Mitglied im Fakultätsrat und wirkt am Aufbau der EMS und weiterer internationaler Programme in Forschung und Lehre mit.

Schieben-Lange-Netzwerkveranstaltung 4
Katharina Klein promoviert seit 2013 zum Thema Moral und Konsum im Fach Wirtschaftsethik am Lehrstuhl für Katholische Theologie und Wirtschaftsethik der Universität Hohenheim. In ihrem Forschungsvorhaben geht sie der Frage nach, wie Unternehmen Konsumentenverantwortung fördern können. Diese Frage ist vor allem gesellschaftlich und vor dem Hintergrund einer geteilten Verantwortung für das Gelingen einer nachhaltigen Entwicklung äußerst relevant. Ziel der Arbeit ist es, die Übernahme von Verantwortung für nachhaltigen Konsum durch Konsumenten und somit sekundär auch eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Zuvor schloss Katharina Klein 2009 ihr Duales Studium der Europäischen Betriebswirtschaft an der ESB Business School Reutlingen und der Dublin City University ab. Seither arbeitet sie als Marketing- und Projektmanagerin in verschiedenen Konzernen und Kommunikationsagenturen im In- und Ausland
Schieben-Lange-Netzwerkveranstaltung 5 PD Dr. Lena Partzsch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Environmental Governance am Institut für Umweltsozialwissenschaften und Geographie der Universität Freiburg. Im Januar 2014 erhielt sie die Venia Legendi in Politikwissenschaft durch Habilitation an der Universität Münster. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Internationale Beziehungen, Macht und Umweltpolitik. Sie untersucht vergleichend, wie der zugrundeliegende Politikwandel zu einer stärkeren Wahrnehmung externer Verantwortung für Umwelt- und Ressourcenkonflikten zustande kam, welche Auswirkungen er auf die Herkunftsstaaten hat und was er für das Machtverhältnis zwischen Staat und Markt bedeutet.