Neuausschreibung im Rahmen des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms für 2004 - Qualifizierung von Wissenschaftlerinnen für Professuren

Ludwigsburg, 5. Juli 2004

Beschluss:

Die Landeskonferenz der Frauenbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs protestiert eindringlich gegen die Entscheidung des Wissenschafts­ministeriums, keine Neuausschreibung im Rahmen des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms für 2004 vorzunehmen.

Die LaKoF weist nachdrücklich darauf hin, dass ein Stellenprogramm zur Qualifizierung von Wissenschaftlerinnen für Professuren unbedingt notwendig ist. Die Erfolge des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms belegen dies nachdrücklich.

Die LaKoF fordert daher das Wissenschaftsministerium auf, seine Entscheidung zu überdenken und das Programm sofort neu auszuschreiben.

Begründung:

Es ist ein verheerendes Signal das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht neu auszuschreiben. Insbesondere auch deshalb, da sich gerade gegenwärtig erste Erfolge zeigen (Anstieg des Frauenanteils unter den Habilitierten für 2003 auf 19,4 %) und sich auch die Anteile der Professorinnen zwar noch viel zu langsam aber stetig erhöhen. Hinzu kommt, dass das Zeitfenster für Berufungen momentan in vielen Fächern noch offen ist und diese Chance unbedingt zur Erhöhung des Frauenanteils und zur Sicherung der Qualität an den baden-württembergischen Hochschulen genutzt werden muss. Die Ausschöpfung des wissenschaftlichen Potentials erfordert daher nach wie vor Sonderprogramme. Sie haben wesentlich dazu beigetragen, den Frauenanteil bei den Professuren aller Hochschulen in Baden-Württemberg erstmals über die 10 % Marke anzuheben. Sie werden mit dazu beitragen, Baden-Württemberg im Ländervergleich von den noch hinteren Rangplätzen ins Mittelfeld zu führen.

Eine Unterbrechung des Margarete von Wrangell-Programms zum gegenwärtigen Zeitpunkt würde bedeuten, dass mehrere Jahrgänge hochqualifizierter Wissenschafterin­nen ihres Potentials und ihrer Kreativität, insbesondere angesichts der zunehmend re­striktiven Altersgrenzen, die sich für Wissenschaftlerinnen mit Familien­verantwortung besonders gravierend auswirken, der Wissenschaft verloren gingen.