Förderprogramm Frauenforschung des Sozialministeriums Baden-Württemberg

Buchenbach - Wiesneck, 25. Februar 2003 

Beschluss:

Die Landeskonferenz der Frauenbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs protestiert eindringlich gegen die Streichung der Mittel für das Förderprogramm Frauenforschung des Sozialministeriums Baden-Württembergs und fordert die Landesregierung auf, ihre Entscheidung zu überdenken und das Programm unverzüglich fortzusetzen bzw. neu auszuschreiben.

Begründung:

Das Förderprogramm Frauenforschung des Sozialministeriums Baden-Württemberg hat die Entwicklung von Frauen- und Geschlechterforschung im Land nachhaltig gestärkt. Es hat maßgeblich mit dazu beigetragen, die Institutionalisierung von Frauen- und Geschlechterforschung durch eine anwendungsorientierte Projektförderung voranzutreiben, die zu konkreten Umsetzungen der Forschungsergebnisse geführt haben. Durch seine Schwerpunktsetzungen gerade in den letzten Jahren hat das Programm zur Herausbildung von Ankerpunkten interdisziplinärer Kooperationen geführt. Es hat einen entscheidenden Beitrag geleistet, den 'Gender Ansatz' anwendungsorientiert bewusst zu machen. Benachteiligungen im Geschlechterverhältnis konnten durch die neu gewonnenen Erkenntnisse abgebaut und sog. "blinde Flecken" in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen durch eine selbstkritische Reflexion geschlechterstereotypischer Vorannahmen aufgedeckt und ansatzweise aufgelöst werden. Unbestritten ist auch der Beitrag des Programms, wissenschaftliche Leistungen von Frauen durch Ausstellungen, Tagungen und Publikationen im Land sichtbar zu machen. Die Fortsetzung des Förderprogramms ist daher für die Forschungslandschaft Baden-Württem­bergs unverzichtbar.