Integration von innovativen Forschungsbereichen in die Ausbildung von Lehrenden an Schulen und Hochschulen

Bad Urach, 6. April 2000

Beschluss:

Die Landeskonferenz der Frauenbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen fordert das Kultusministerium auf, die Ergebnisse innovativer Forschungsbereiche, insbesondere der Frauen- und Geschlechterforschung, in die Ausbildung an Schulen, in die Ausbildung von Lehramtsstudierenden sowie in die Fort- und Weiterbildung von Lehrenden an Schulen und Lehrenden und Studierenden an Hochschulen zu integrieren.

Die Landeskonferenz fordert ferner die Entwicklung von Sofortmaßnahmen zur Erschließung des gesamten Spektrums an beruflichen Ausbildungs- und Hochschulausbildungsmöglichkeiten auch für Schülerinnen.

Im Einzelnen empfiehlt die LaKoF, folgende Sofortmaßnahmen umzusetzen:

1. Die Ergebnisse der Frauen- und Geschlechterforschung müssen in die pädagogische Grundausbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer in allen Fächern integriert werden. Gender Studies sind als fester, prüfungsrelevanter Bestandteil von Studien- und Prüfungsordnungen in den Fächerkanon aufzunehmen. Dies gilt für alle Lehramtsstudiengänge an den Universitäten, an den Pädagogischen Hochschulen und an den Musik- und Kunsthochschulen des Landes.

2. Die Ergebnisse der Frauen- und Geschlechterforschung sind in den Studienordnungen für das Höhere Lehramt an Gymnasien an den Universitäten zu verankern.

3. Lehrende an den Hochschulen sollen ebenso wie Lehrende an den Schulen zur Weiterbildung im Bereich Gender Studies verpflichtet werden.

4. Da es noch an Personen fehlt, die diese Lehrinhalte vermitteln (können), sind die Möglichkeiten auszuschöpfen, die sich durch die Empfehlungen der Kommission des Wissenschaftsministeriums zur Institutionalisierung von Frauen- und Geschlechterforschung ergeben haben. Dies gilt insbesondere für jene Empfehlungen, die im Verantwortungsbereich des Kultusministeriums liegen. Das Kultusministerium soll die Empfehlungen durch gezielte Maßnahmen ergänzen.

5. Insbesondere Schulleitungen sind für Geschlechterfragen zu sensibilisieren. Dies gilt vor allem für die Bereiche der Allgemeinen Didaktik und der Fachdidaktik. Darüber hinaus soll vor allem die Vermittlung naturwissenschaftlicher und technischer Fächer kritisch überprüft und die Berufsfindung junger Frauen intensiver als bisher begleitet werden.